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Allgemeine Hinweise zur Verarbeitung von Klebebändern
Oberflächenvorbehandlung: Oberflächen müssen trocken, frei von Staub, Fett, Öl, Trennmitteln und anderen Verunreinigungen sein. Verhindern Sie Kondensatbildung. Kondensat kann z. B. entstehen, wenn die zu beklebenden Gegenstände von kalten in warme Räume transportiert werden. Keine Untergründe bekleben, auf denen sich Silicone, Paraffine oder Wachse befinden. Bei Vorbehandlungen mit Lacken diese klebkraftmindernden Zusätze vermeiden. Oberflächen können ohne weiteres vor einer Verklebung chemisch gereinigt oder mechanisch bearbeitet werden. Chemische Vorbehandlung: Zum Entfernen von Staub, Fett, Öl und Trennmitteln können folgende Reinigungsmittel eingesetzt werden: Isopropanol (IPA), ein Gemisch aus Isopropanol und destilliertem Wasser im Verhältnis 1:1 oder handelsübliche Entfettungschemikalien. Achtung: Die Eignung von Lösungsmitteln – speziell von Waschbenzin, MEK, Toluol, Aceton, MIBK, Heptan u.ä. – ist unbedingt durch Eigenversuche zu prüfen! Die Sicherheitsvorschriften der Hersteller sind zu beachten. Denken Sie bitte an Ihren Eigenschutz. Mechanische Vorbehandlung: Nach dem Entfetten kann die zu verklebende Oberfläche mittels eines Schleifvlieses angeraut werden. Verklebungen auf angerauten, d. h. vergrößerten Oberflächen ergeben in der Regel eine höhere Festigkeit. Den Schleifstaub abblasen und/oder mit einem fusselfreien Einweg-Papiertuch ab- bzw. nachwischen. Gereinigte und bearbeitete Oberflächen sind baldigst zu verkleben und vor Wiederverschmutzung, speziell Fingerabdrücken, zu schützen. Erfolgt die Verklebung zu einem späteren Zeitpunkt, empfehlen wir selbsthaftende Schutzfolien. Beschaffenheit zu klebender Untergründe: Untergründe, auf denen geklebt werden soll, müssen fest und stabil sein. Lose Partikel müssen entfernt oder mittels eines Primers gebunden werden. Es gilt: Die Festigkeit einer Verklebung ist nur so gut wie die Festigkeit der Oberfläche. Bei rauen, unebenen Untergründen dickere, ausgleichende Klebebänder einsetzen. Verarbeitungstemperatur: Die optimale Verarbeitungstemperatur, Objekt- und Umgebungstemperatur liegt zwischen +20 °C und +30 °C bei normaler relativer Luftfeuchte in Räumen. Die Verarbeitung von Klebebändern bei Temperaturen unterhalb +10 °C sollte vermieden werden. Besonders im Winter ist darauf zu achten, dass Klebebänder nicht in ungeheizten Räumen gelagert werden und somit bei der Verarbeitung zu kalt sind. Ferner muss unbedingt die Kondensatbildung vermieden werden, z. B. wenn die zu verbindenden Werkstoffe aus kalten Lagerräumen in warme Produktionsräume gebracht werden. Bitte ausreichend Zeit vorsehen, damit eine Temperaturangleichung der Fügepartner erfolgen kann. Verarbeitung: Die Festigkeit einer Verklebung ist direkt abhängig von dem Kontakt, den der Klebstoff zu den zu klebenden Oberflächen entwickelt. Ein hoher Andruck, z. B. mit einer Anpresswalze, verbessert den Klebstoff-Kontakt gegenüber der einfachen „Handverarbeitung" in der Regel. Aber bitte beachten, dass z. B. bei Gewebe- oder Non-Wovens-Strukturen der Kleber bei zu viel Druck in das Substrat eingepresst werden kann und so dem Klebeprozess nicht mehr zur Verfügung steht. Alle Verarbeitungswerkzeuge (auch die Hände!) müssen sauber und frei von Öl und Trennmitteln sein. Bei extrem belastbaren Klebebändern ist zu berücksichtigen, dass die Maximalklebkraft erst 24 Stunden, in ungünstigen Fällen auch erst 72 Stunden nach dem Aufbringen erreicht ist. Nicht unter Zugspannung verkleben! Lagerung: Bei ca. +20 °C Lagertemperatur und 50 % rel. Luftfeuchtigkeit können Klebebänder unverarbeitet 12 Monate im Originalkarton aufbewahrt werden. Anbruch sollte in der Originalverpackung aufbewahrt werde, ohne direkte Sonneneinstrahlung. Keine Kontamination, wie z. B. durch Weichmacher o. Ä. zulassen. Hinweise für Verklebungen auf gebräuchlichen Materialien Metallverklebungen: In der Regel handelt es sich hierbei um unproblematische Haftgründe. Werden die Oberflächen sorgfältig gereinigt, treten bei der Verklebung meist keine Probleme auf. Folgende Problemfälle können auftreten: Bei Nichteisenmetallen, z. B. Blei, Messing, Nickel und Kupfer, können Selbstklebemassen mit der Oberfläche chemisch reagieren und Verfärbungen hervorrufen. Bei eloxiertem Aluminium kann es speziell bei Kautschuk-Klebern zu Rückständen kommen. Abdeckbänder mit Kautschuk-Klebern nie länger als 3 Tage aufbringen; wir beraten Sie gerne. Faustregel: Bleiben nach dem Überwischen mit einem tintegetränkten Lappen Tintenreste auf der Oberfläche sichtbar, sollte unbedingt eine Probeverklebung durchgeführt werden. Kunststoffe und lackierte Oberflächen: In der Regel handelt es sich um problemlose Haftgründe. Bei folgenden Materialien wird eine Verklebung durch Wechselwirkungen zwischen Haftgrund und Kleber negativ beeinflusst: Weich-PVC und z.T. auch EPDM. Durch Weichmacherdiffusion können Verfärbungen auftreten. Soll ein Klebeband nach längerer Verweilzeit entfernt werden, bleiben häufig Kleberrückstände auf der Oberfläche zurück. Sog. niedrigenergetische Kunststoffe wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), Pulverlacke und Gummiwerkstoffe gelten als kritische Oberflächen. Bei einer Klebeverbindung ist die Stärke der molekularen Anziehungskraft zwischen zwei unterschiedlichen Stoffen, die sog. Adhäsion, ausschlaggebend für deren Belastbarkeit. Spezielle Klebeband-Varianten mit günstigerem Fließverhalten ermöglichen heute in vielen Fällen die Verklebung auch dieser Werkstoffe. Probeverklebungen sind dringend zu empfehlen. Klebemasse-Rückstände stufenweise entfernen Hinweise für das Entfernen von Klebebändern: Es kommt vor, dass Klebebänder nicht sachgemäß eingesetzt und entfernt werden bzw. beim Entfernen Rückstände hinterlassen, z. B. wenn Produkte für kurzfristige Außenanwendungen länger als 3 Tage Witterungs- und UV-Belastungen ausgesetzt sind. Der Klebebandträger sollte langsam und gleichmäßig abgezogen werden. Das Anwärmen mittels eines Föhns erleichtert das Abziehen. Kleberrückstände sollten stufenweise entfernt werden! Kautschuk-Kleber: Der Träger lässt sich abziehen, die Klebemasse ist noch weich: Entfernen mit Industrie- oder Klebstoffreiniger, alternativ Reinigungsbenzin. Der Träger ist spröde, die Klebemasse ist leicht erhärtet: Träger mit Föhn erwärmen und vorsichtig abziehen, Kleber wie oben behandeln. Ist die Klebemasse bereits erhärtet, muss der verbliebene Kleber mindestens eine Minute eingeweicht werden. Die aufgeweichte Masse dann mit einem Kunststoffspachtel abschieben. Acrylat-Kleber: Zur Entfernung der Klebemasse folgende Lösemittelgemische erproben: Reinigungsbenzin, spezieller Klebstoffreiniger, Gemisch aus 40 % Spiritus und 40 % Reinigungsbenzin sowie 20 % Aceton. Oder ein Gemisch aus 50 % Äthylacetat und 50 % Xylol. Die Klebemasse kann i. d. R. nur aufquellen, nicht jedoch aufgelöst werden. Wir empfehlen deshalb gründliches Einweichen und anschließendes Abschieben der Klebmasse durch Vorversuche an verdeckter Stelle. Beschädigungen des Untergrundes vorbeugen! Kleberreste mit lösemittelgetränktem Tuch wegreiben. Unbedingt für ausreichende Belüftung sorgen! Ggf. geeignete Atemschutzmaske einsetzen. Achtung! Alle Hinweise und Empfehlungen geben wir nach bestem Wissen aufgrund unserer praktischen Erfahrungen. Da die Einsatzbedingungen jedoch immer wieder unterschiedlich sind, empfehlen wir, die Eignung der aufgeführten Produkte durch eigene Versuche zu erproben. Gerne stehen wir Ihnen für Auskünfte zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass wir aus erwähnten Gründen jede Haftung bei Misserfolg ablehnen müssen. |